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7. Werkstattgespräch am 12.03.2013

    Am Dienstag, 12. März 2013 fand das bereits 7. Werkstattgespräch des Zukunftsfonds in Zusammenarbeit mit der Diplomatischen Akademie statt.

    DIE FINSTERNIS KAM NICHT VON UNGEFÄHR

    Am 13. März 1938 – also vor 75 Jahren - endete die Selbstständigkeit der Republik Österreich als unabhängiger Staat. Der „Anschluss“ wurde vollzogen. Dass dieser Einschnitt in der Geschichte des Landes nicht vom Himmel fiel, sondern auch durch aktives Betreiben vieler Österreicherinnen und Österreicher von langer Hand geplant und umgesetzt wurde, ist eine beklemmende Wahrheit der Geschichte, die uns Nachgeborene zu permanenter Wachsamkeit und Sensibilität mahnt. Drei Historiker berichten über die Arbeitsweise der „Österreichischen Legion“ und die geplante Stadt- und Regionalpolitik der Nazis für den Wirtschaftsstandort Wien, die maßgeblich auf Basis der brutalen „Arisierungen“ vorangetrieben wurde.


Zur Begrüßung und Einleitung sprachen der Direktor der Diplomatischen Akademie, Botschafter Dr. Hans WINKLER und der Generalsekretär des Zukunftsfonds, Prof. Herwig HÖSELE.

Das nächste Werkstattgespräch findet am Mittwoch, 7. Mai 2013, um 18.30 in den Räumlichkeiten der Diplomatischen Akademie, Favoritenstraße 15a, 1040 Wien statt.

Univ.-Prof. Dr. Siegfried Mattl Univ.-Doz. Dr. Hans Safrian Bildergalerie zum 7. Werkstattgespräch
Bundeskanzler Faymann ehrt Kurt Scholz

Bundeskanzler Werner Faymann überreichte am Dienstag, 12. März 2013, dem Vorsitzenden des Kuratoriums des Zukunftsfonds, Dr. Kurt Scholz, eine der höchsten Auszeichnungen der Republik, das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

In der Originaltextaussendung des Bundeskanzleramtes heißt es:

Bundeskanzler Faymann ehrt Kurt Scholz Utl.: Verleihung des Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik: "Chancengleichheit steht im Zentrum seines Schaffens" - Wien (OTS)

Scholz, Faymann

Kurt Scholz hat viel für dieses Land getan und hat sich mit Beharrlichkeit und Engagement über die Parteigrenzen hinweg einen Namen gemacht. Er hat sich vor allem der Bildungspolitik, dem Kampf gegen Faschismus und dem Eintreten für Freiheit und Demokratie gewidmet", sagte Bundeskanzler Werner Faymann heute, Dienstag, bei der Verleihung des Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich an Kurt Scholz im Bundeskanzleramt.

Faymann betonte in seiner Laudatio, welch bedeutungsvoller Mitarbeiter Kurt Scholz im Team von Altbürgermeister Helmut Zilk war: "Er war Ratgeber, Ezzesgeber und der geistige Sparringpartner. Zilk selbst nannte ihn einst 'mein zweites Ich, mein besseres Ich'. Doch hat Scholz nicht nur vieles für die Stadt Wien erreicht, sondern für ganz Österreich, vor allem im Bereich der Bildung." Die gerechte Chancenverteilung bei Kindern, gerade am Beginn ihres Bildungsweges, sei ihm immer ein wichtiges Anliegen gewesen. "Es ist egal, wo Kinder aufwachsen oder welcher Herkunft sie sind, sie alle sollen dieselben Chancen haben. Scholz erkannte früh die Nachteile sozialer Selektion im Bildungsbereich und stellte stets Chancengleichheit ins Zentrum seines Schaffens", so der Kanzler. Förderung junger Menschen müsse möglichst breit gefächert sein und dürfe niemanden ausschließen. "Kurt Scholz hat stets Haltung bezogen und sich für seine Überzeugungen stark gemacht. Dennoch konnte er auch mit Widerstand umgehen und suchte die Diskussion, jedoch immer respektvoll und in Auseinandersetzung der Sache."

Scholz' beharrlicher Einsatz im Bereich der Bildung gelte gleichermaßen im Bereich der Restitution. "Kurt Scholz hat eine zentrale Rolle für diesen wichtigen Teil der österreichischen Geschichte gespielt", so Faymann. Bei der gestrigen Gedenkfeier zur Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Politjustiz am Wiener Zentralfriedhof, bei der Scholz als einer der Organisatoren fungierte, zeigte sich das Wesen des Preisträgers eindrucksvoll: "Wegen seiner unnachahmlichen Art - mit Herz, Präzision und Engagement Aufgaben anzupacken - spürt man bei ihm, dass es nicht einfach nur ein Beruf ist, den er abwickelt, sondern dass er bei allem, was er tut, seine Überzeugung lebt", so der Kanzler abschließend


Österreich als Vorbild

In seiner am 12. Februar 2013 erschienenen Kolumne in der Tageszeitung „Die Presse“ merkt der Kuratoriumsvorsitzende des Zukunftsfonds, Dr. Kurt Scholz, unter dem Titel „Deutschland sucht die guten Nachbarn: Doof oder Vorbild – das ist die Frage“ u.a. an, dass Österreich von bekannt kritischen deutschen Medien etwa in der Frage der Restitution und der Zwangsarbeiterentschädigung „von der Eselsbank zum Vorzugsschüler befördert“ wurde.

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Die Scholz-Kolumnen erscheinen im 14-tägigen Rhythmus jeweils am Dienstag in der „Presse“.


Trauer um Maria Schaumayer

Die Nachricht vom Ableben der Grande Dame Österreichs, Präsidentin Dr. Maria Schaumayer, erfüllt auch alle Mitglieder und MitarbeiterInnen des Zukunftsfonds mit großer Betroffenheit. Präsidentin Schaumayer hat bekanntlich im Jahr 2000 die schwierigen Verhandlungen zur Zwangsarbeiterentschädigung erfolgreich und auch international beispielgebend und anerkannt geführt.

Die Entschädigungszahlungen an über 130.000 Zwangsarbeiter wurden vom Versöhnungsfonds durchgeführt, der ein Vorgängerfonds des Zukunftsfonds war. Der heutige Direktor der Diplomatischen Akademie, der österreichische Spitzendiplomat Dr. Hans Winkler, der damals die Task-force rund um Präsidentin Schaumayer leitete und Kuratoriumsmitglied des Zukunftsfonds ist, sagte gegenüber dem KURIER „ Sie hat mit ihrer Persönlichkeit die Verhandlungen entscheidend geprägt. In einer nicht besonders einfachen Zeit hat sie das Eis gebrochen.“ Und der renommierte Zeithistoriker Professor Oliver Rathkolb betonte ebendort: „ Hätte man eine ideale Verhandlerin klonen müssen, so wäre sie das gewesen. Sie hat sich auch hier ein Denkmal gesetzt“.

Der Zukunftsfonds wird Präsidentin Maria Schaumayer stets in Dankbarkeit und mit größtem Respekt gedenken.

Näheres über den Versöhnungsfonds und das Wirken von Präsidentin Schaumayer in diesem Zusammenhang unter www.versoehnungsfonds.at

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