Moshe Hans Jahoda wurde 1926 in Wien geboren. Als Schulkind wurde er im März 1938 Zeuge des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich, der begeisterten Reaktion eines großen Teiles der Bevölkerung und der Pogrome anlässlich der so genannten „Reichskristallnacht“ im Oktober desselben Jahres. Fünf Monate vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges erreichte er mit einem Kindertransport Palästina. Er wuchs zunächst mit der Kinder-Alija in Jerusalem, später mit der Jugend-Alija im Kibbutz Ein Gev auf. Seine Eltern und seine Schwester wurden von Wien nach Theresienstadt und von dort nach Auschwitz deportiert und ermordet. Bis 1948 blieb Herr Jahoda Mitglied des Kibbutz. Ab 1946, noch vor der Staatswerdung Israels, diente er als Offizier in der Untergrundarmee „Hagana“, 1948 nahm er am ersten Offizierslehrgang der israelischen Armee teil und wurde im Unabhängigkeitskrieg verletzt. In seiner Armeedienstzeit erlangte er den Rang eines Majors, an späteren Kriegen nahm er als Reserveoffizier teil. In seiner langen zivilen Karriere seit 1953 arbeitete Herr Jahoda als Vizegeneraldirektor im Landwirtschaftsministerium, als Botschaftsrat für Wirtschaft in den israelischen Botschaften in Argentinien, Uruguay und Paraguay, als Vizevorsitzender und Vorstandsmitglied der „Kupat Cholim“, der Gesundheitsdienste der Histadrut, und als Generaldirektor des „Mishan“ (das ist die größte soziale Organisation in Israel, die sieben Altersheime, fünf Kinderdörfer und 65 Pensionistenklubs betreibt). 1990 wurde Herr Jahoda zum ersten vor Ort amtierenden Direktor des American Joint in einem vormals kommunistischen Land, Ungarn, bestellt. Während seiner viereinhalbjährigen Tätigkeit in Ungarn initiierte er Sozialprojekte für ältere Menschen, Programme für Jugendliche sowie Projekte zur Wiederbelebung jüdischer Gemeinden. Dafür wurde er von der ungarischen Regierung mit der höchsten zu vergebenden Auszeichnung für humanitäre Verdienste (Pro-Caritas) gewürdigt. Zusätzlich zu seinem Aufgabengebiet in Ungarn wurde er 1991 zum Direktor des American Jewish Joint Distribution Committee (A.J.D.C.) für Bulgarien bestellt, wo er die Entstehung neuer jüdischer Gemeinden förderte und technische Hilfsprogramme für Bulgarien ausweitete. 1995 wurde er auch zum A.J.D.C.-Vertreter für die Slowakei. Zusätzlich fungierte er als Konsulent für Sozial- und Gesundheitsdienste für Holocaust-Überlebende in Europa für die Claims Conference und den American Joint. Im Herbst 1997 wurde Herr Jahoda zum Associate Executive Vice President der Claims Conference in New York bestellt. Seit Februar 1999 steht Herr Jahoda dem Büro der Claims Conference in Wien vor. Das Büro fungiert als Verbindungsstelle zum Bund der jüdischen Gemeinden in Österreich und Österreichischen Institutionen. So wird eine reibungslose Kooperation und Koordination mit der österreichischen Regierung und dem österreichischen Parlament gewährleistet. Herr Jahoda war federführend in den Verhandlungen mit der Republik Österreich, die am 17. Januar 2001 in Washington in der Unterzeichnung eines weit reichenden Entschädigungsabkommens mündeten. Von seinem Wiener Büro aus überwacht und koordiniert er heute die Durchführung der damals beschlossenen Wiedergutmachungs- und Entschädigungsmaßnahmen und nimmt auch weiterhin die Interessen der österreichischen Überlebenden wahr. 2004 wurde Moshe Jahoda zum Repräsentanten der Claims Conference in Deutschland und Direktor der Nachfolgeorganisation ernannt und erfüllte diese Aufgabe bis 2006. Er ist Mitglied des Kuratoriums des Österreichischen Zukunftsfonds und Ehrenkurator beim Österreichischen Nationalfonds. Herr Jahoda graduierte „cum laude“ am Institut für Soziale Studien in Den Haag, Niederlande, mit einem M.A. Diplom in Öffentlicher Verwaltung. Er ist verheiratet, Vater von drei Kindern und Großvater von sieben Enkelkindern.
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