„Roma Retter György Rohonczy“ – "How to be a Schindler" - Der burgenländische Schindler im Nationalsozialismus. (Theaterproduktion, Begleitausstellung, Begleitbroschüre, Gedenkzeichen)
ROMA-RETTER György Rohonczy “How to be a Schindler” - The Burgenland Schindler (Theater production, Accompanying exhibition & accompanying brochure, Memorial sign - György Rohonczy (1884 - 1975) in Oberpullendorf)
Das Magazin Profil beschrieb 1995 die Tätigkeit von Baron György Rohonczy als den „burgenländischen
Oskar Schindler“. György Gedeon Rohonczy von Felsőpulya wurde am 1.12.1884 in Czernowitz in eine
adelige Familie geboren. Die Familie besaß ein Kastell in Oberpullendorf und seit 1901 auch das Herrenhaus
und den Meierhof in Mitterpullendorf.
György wuchs in Budapest auf und studierte Rechtswissenschaft. Nach seinem Studium wurde er als
Vizestuhlrichter des Bezirkes Pullendorf tätig. Der Jurist wurde Land- und Forstwirt und begann, den Gutshof
der Familie in Mitterpullendorf/ Középpulya zu bewirtschaften.
Rohonczy hatte 74 Hektar Grundbesitz, und im Stall standen 25 Milchkühe. Mit Beginn des Zweiten
Weltkrieges wurde das Unternehmen zum kriegswichtigen Betrieb, da es Milch ans Krankenhaus
Oberpullendorf lieferte. Da die Arbeitskräfte des Barons aber nach und nach zur Wehrmacht eingezogen
wurden, wurde eine weitere Bewirtschaftung unmöglich.
Zeitgleich 1940 wurde in Lackenbach das sogenannte „Zigeunerlager“ errichtet, wohin die Roma aus der
näheren Umgebung deportiert wurden. Baron Rohonczy fasste den Entschluss, Roma aus dem Lager als
Gutshofarbeiter anzustellen. Er forderte mit der Zeit deutlich mehr Arbeitskräfte an, als er tatsächlich benötigt
hat, auch Frauen und Kinder. Es gelang ihm auf diese Weise 121 Personen aus dem Lager zu retten. Sie
wohnten in Arbeiterwohnungen am Meierhof und erhielten gute Verpflegung. Schwierig wurde die Lage für die
Roma am Rohonczy-Gutshof, als die Deportationen nach Lodz begannen. Rohonczy unterstützte aktiv die
Flucht seiner Arbeiter, so konnten sich mindestens 50 Roma über die Grenze nach Ungarn absetzen.
Es wird berichtet, dass seine Sympathie für die Roma seiner Liebe zur Roma-Musik zu verdanken war. Er ließ
sich sogar von Roma auf der Violine unterrichten.
www.vhs-roma.eu