Projektinformation P26-6295


„… dass 240 Banditen auf Soboth im Anmarsch seien“. Verlauf und Folgen eines vorgetäuschten Partisanenangriffs im südweststeirischen Grenzgebiet im Herbst 1944. (Forschung und Publikation)


…that 240 bandits were advancing to Soboth. The course and effects of a staged partisan attack in the south-western Styrian border region in autumn 1944.


Das konkrete Vorgehen, die Verhandlungsführung und Urteilsfindung des SS- und Polizeigerichts XXIII Salzburg wurde in der Steiermark bislang weder in den Grundlagen noch anhand konkreter Fallbeispiele erforscht. Ein solches Fallbeispiel ist der vorgetäuschte Partisanenangriff am 10. November 1944 auf den Gendarmerieposten Soboth, der den Postenkommandanten samt Postenmannschaft zur überstürzten Flucht nach Eibiswald mit verheerenden Folgen bewegte: die Geflüchteten - der Postenkommandant wurde bereits auf dem Rückzug erschossen - wurden vor das SS- und Polizeigericht XXIII gestellt und wegen Feigheit vor dem Feind angeklagt. Zwei Gendarmen wurden von diesem zum Tode verurteilt, ein Urteil wurde im Februar 1945 vollstreckt. Neue Erkenntnisse sind durch die Heranziehung bislang unbekannter und nicht berücksichtigter Quellen über den Partisanenkampf in der Südweststeiermark sowie über die SS- und Polizeigerichtsbarkeit in der Steiermark zu erwarten.




Projektverantwortliche
Stelzl-Marx Barbara Univ.-Prof. Dr. - Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung
Projektzeitraum
2026-04-01 bis 2026-08-01
Kategorie
Forschung, Publikation
Region
Österreich
Status
Genehmigt