After the passing of her grandparents, clearing out their Tyrolean “Haus Hölzl” becomes a cinematic journey through memories, archives, and landscape, in which family history is intertwined with Austrian history and collective memory culture.
Im letzten Lebensjahr ihrer Großeltern kehrt die Regisseurin gemeinsam mit ihrem Vater
ins „Haus Hölzl“ in Rum bei Tirol zurück. Mit dem Camcorder fängt sie intime Situationen
zwischen Konflikten und Alltag ein und stößt auf Momente, die vor allem etwas über
Österreich und seiner Geschichte offenbaren.
Nach dem Tod der Großeltern beginnt ein Prozess des Stöberns in Schränken, ein
Aussortieren, ein neu Betrachten der Gegenstände. Im Wechsel zwischen Vergangenheit
und Gegenwart wird das Haus zu einem Reflexionsraum. Im Verhandeln des materiellen
Erbes erscheinen die Gegenstände nach und nach in einem neuen Licht. Die Erzählung
entfaltet sich zu einem österreichischen Narrativ, das eine nationalsozialistische
Vergangenheit innerhalb patriarchaler Strukturen offenlegt. Dabei geht es um Fragen
nach Zugehörigkeit und Fremde, nach Schuld und Täterschaft, nach Rollenbildern und
weitergegebenen Mustern – und letztlich der Möglichkeiten einer Emanzipation daraus. Die
Tiroler Berglandschaft um das Haus wird dabei zum Stimmungsträger für die emotionale
Temperaturen innerhalb der Figuren. Zwischen Büchern, Fotos, VHS, Zeichnungen und
Wertgegenständen erinnert sich die Regisseurin an letzte Gespräche mit ihren Großeltern
und richtet neue Fragen an die Familie, die Verwandtschaft und an sich selbst.
Der Film bewegt sich als eine assoziative Reise durch den Mikrokosmos Haus Hölzl und der
Gedankenwelt der Regisseurin, die als Enkelkind ihre Geschichte als Teil einer kollektiven
Geschichte mit einem neuen Blick zu betrachten versucht.