Projektinformation P25-6193


„Temperatur und Windstärke“ (Filmprojekt)


After the passing of her grandparents, clearing out their Tyrolean “Haus Hölzl” becomes a cinematic journey through memories, archives, and landscape, in which family history is intertwined with Austrian history and collective memory culture.


Im letzten Lebensjahr ihrer Großeltern kehrt die Regisseurin gemeinsam mit ihrem Vater ins „Haus Hölzl“ in Rum bei Tirol zurück. Mit dem Camcorder fängt sie intime Situationen zwischen Konflikten und Alltag ein und stößt auf Momente, die vor allem etwas über Österreich und seiner Geschichte offenbaren. Nach dem Tod der Großeltern beginnt ein Prozess des Stöberns in Schränken, ein Aussortieren, ein neu Betrachten der Gegenstände. Im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart wird das Haus zu einem Reflexionsraum. Im Verhandeln des materiellen Erbes erscheinen die Gegenstände nach und nach in einem neuen Licht. Die Erzählung entfaltet sich zu einem österreichischen Narrativ, das eine nationalsozialistische Vergangenheit innerhalb patriarchaler Strukturen offenlegt. Dabei geht es um Fragen nach Zugehörigkeit und Fremde, nach Schuld und Täterschaft, nach Rollenbildern und weitergegebenen Mustern – und letztlich der Möglichkeiten einer Emanzipation daraus. Die Tiroler Berglandschaft um das Haus wird dabei zum Stimmungsträger für die emotionale Temperaturen innerhalb der Figuren. Zwischen Büchern, Fotos, VHS, Zeichnungen und Wertgegenständen erinnert sich die Regisseurin an letzte Gespräche mit ihren Großeltern und richtet neue Fragen an die Familie, die Verwandtschaft und an sich selbst. Der Film bewegt sich als eine assoziative Reise durch den Mikrokosmos Haus Hölzl und der Gedankenwelt der Regisseurin, die als Enkelkind ihre Geschichte als Teil einer kollektiven Geschichte mit einem neuen Blick zu betrachten versucht.




Projektverantwortliche
Enzinger Liza
Projektzeitraum
2026-02-01 bis 2026-09-30
Kategorie
Filmprojekt
Region
Österreich
Status
genehmigt