Demokratische Resilienz durch historische Demokratiebildung? (Forschungsprojekt)
What is the impact of historical citizenship education on democratic attitudes and democratic resilience? 100 online surveys and 20 in-depth interviews with citizens between 25 and 50
Das Projekt ist Teil einer größeren und längerfristigen Studie zu den Effekten verschiedener Maßnahmen in der historischen Demokratiebildung. Historische Demokratiebildung bezeichnet eine Form der politischen Bildung, in der durch historisches Wissen gewisse Demokratie-Kompetenzen und demokratische Resilienz gestärkt werden. Sie kann über verschiedene didaktische Konzepte erfolgen, etwa durch den Besuch von Gedenkstätten, durch Geschichtsunterricht, durch Zeitzeugenberichte, das Lesen von historischen Romanen oder Biographien, den Besuch von Theaterstücken oder Museen, durch Filme und Dokumentationen oder neue Formen der Geschichtsdidaktik wie etwa living libraries etc. Demokratie-Kompetenzen werden nach den neuesten Konzepten des Europarats in vier Kategorien unterteilt: Werte, Einstellungen, Fähigkeiten sowie kritisches Denken und Wissen. Demokratische Resilienz als weiterführendes Konzept beinhaltet Kompetenzen, die den Widerstand gegen Autoritarismus und anti-demokratische Tendenzen stärken. Im Projekt wird auf Basis einer quantitativen Umfrage mit 100 Online-Interviews sowie einer qualitativen Vertiefung mit 20 Tiefeninterviews erforscht, welche Formen der historischen Demokratiebildung die Demokratie-Kompetenzen und die demokratische Resilienz stärken. Dabei wird besonderes Augenmerk auf jene historische Demokratiebildung gelegt, die sich mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust beschäftigt. Fragen nach der Wirkung etwa von Zeitzeugenberichten, Besuchen von Gedenkstätten und Filmen über diese Zeit stehen im Vordergrund des Forschungsinteresses.
https://www.markuspausch.eu