Antisemitische Gewalt im Wien der Zwischenkriegszeit: Entwicklung, Formen und Dimensionen des gewalttätigen Antisemitismus 1918–1938. Ein Übersichts- und Nachschlagewerk.
Anti-Semitic violence in Vienna between the wars: Development, forms, and dimensions of violent anti-Semitism from 1918 to 1938. An overview and reference work.
Nach dem Forschungsstand nahm Wien bei der Radikalisierung des Antisemitismus in der NS-Zeit eine Vorreiterrolle ein, basierend auf populistischem Antisemitismus und erhöhter Gewaltbereitschaft vor 1938. Zur Überprüfung dieser These ist eine quellenbasierte Untersuchung vorzunehmen, ob sich im Wien der Zwischenkriegszeit eine erhöhte antisemitische Gewaltbereitschaft nachweisen lässt. Neben der Rekonstruktion der wesentlichen antisemitischen Vorurteile, Ressentiments, Klischeebilder, Verschwörungstheorien, sozialen Praktiken und politischen Diskurse sollen in erster Linie sämtliche Ereignisse und Formen antisemitischer Gewalt (strukturell, personal, kollektiv, organisiert, terroristisch) in Wien 1918–1938 – basierend auf der Auswertung der Berichterstattung in zeitgenössischen Tageszeitungen und Zeitschriften sowie auf der Grundlage von Literatur- und Archivrecherchen – erfasst und vor dem historischen Hintergrund kontextualisiert und analysiert werden. Es soll eine Chronologie antisemitischer Übergriffe im Wien der Zwischenkriegszeit erstellt werden, die Aufschluss über die Quantität, die Häufung und den Verlauf antisemitischer Gewaltakte geben wird. Darüber hinaus sollen gewaltkonnotierte antisemitische Vorfälle topographisch verortet werden, um so einen langfristigen Vergleich der Vorfälle und Schauplätze mit jenen der NS-Zeit bis herauf in die Gegenwart zu ermöglichen.
https://rechtsgeschichte.univie.ac.at/
Projektverantwortliche
Reiter-Zatloukal Ilse Univ.-Prof.Dr. - Universität Wien, Inst. f. Recht- u. Verfassungsgeschichte