“Dr. Freud, I begin where you leave off – in the here and now.” Jacob Levy Moreno developed the method of psychodrama in parallel with Sigmund Freud's psychoanalysis. Today, his son Jonathan is searching for clues.
Jacob Levy Moreno war so etwas wie der Regisseur der menschlichen Seele – ein
Mann, der nicht glaubte, dass man Probleme allein mit rationalem Denken lösen
kann. Statt Menschen auf der Couch liegend ihrer Vergangenheit nachspüren zu
lassen, stellte er sie auf die Bühne, gab ihnen Rollen, ließ sie Szenen ihres Lebens
entwerfen – oder erfinden.
Moreno ließ Menschen spielen und spontan interagieren – keine Rekonstruktion,
sondern konkrete Szenen im Moment. Er sah Spontaneität, Kreativität und
Interaktion in der Gruppe als potenziell heilende Kräfte. Für ihn war jeder Mensch
Autor, Regisseur und Hauptdarsteller seiner eigenen Lebensgeschichte.
Sein Credo: „Ich gebe dir die Bühne – du schreibst dein Stück neu.“ Mit Sätzen wie
diesen begann er die Entwicklung des Psychodramas in Wien. In den 1930ern setzte er die Arbeit in den USA fort. Das Psychodrama war radikal, weil es Therapie, Theater und soziale Forschung vereinte. Dabei flossen Morenos jüdische Wurzeln stets in sein Denken ein. Es polarisiert bis heute, weil es ebenso emotional wie unberechenbar ist. Jonathan D. Moreno, der Sohn von J.L. Moreno, erlebte seinen exzentrischen Vater nur kurze Zeit. Heute macht er sich auf die Reise zu den Wirkungsstätten und Freund*innen seines Vaters – und zu den Antworten auf seine Frage, ob sein Vater sich von staatlichen Institutionen und Wirtschaftstreibenden hat instrumentalisieren lassen. Begleitet von Einblicken in heutige Psychodramagruppen verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart sowie Theorie und lebendige Praxis. Ein inspirierender Film über Spontaneität, Kreativität und die Kraft echter Begegnung – und darüber hinaus über unsere Gesellschaft und den Umgang mit unseren Mitmenschen.
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Projektverantwortliche
Langbein Kurt - Langbein & Partner Media GmbH & Co KG