The project proposes the establishment of a sustainable International Wiederoesterreicher:innen Network.
Seit der Einführung des § 58c Staatsbürgerschaftsgesetz haben über 35.000 Nachkomme*innen verfolgter Österreicher*innen die österreichische Staatsbürgerschaft beantragt. Weniger als 1 % lebt tatsächlich in Österreich, und bis heute fehlen formelle oder etablierte internationale Netzwerke, die Menschen miteinander verbinden oder über die Bedeutung und Potenziale der sogenannten „Wiederösterreicher*innen“ kommunizieren. Das Projekt sieht die Gründung eines Internationalen Wiederösterreicher*innen Netzwerks vor. Geplant ist ein erstes zweitägiges Treffen im März 2026 in Wien für bis zu 15 Wiederösterreicher*innen sowie bis zu zehn zentrale österreichische Stakeholder, die an der Entwicklung gemeinsamer Projekte und Initiativen interessiert sind. Der erste Schwerpunkt des Treffens wird darauf liegen, den Aufgabenbereich und die Zielsetzung eines solchen Netzwerks zu definieren. Außerdem soll das Interesse an einer zukünftigen Konferenz für bis zu 150 Wiederösterreicher*innen sowie interessierten österreichischen Mitbürger:*innen im Jahr 2027 in Wien mit dem Titel „Wieder Österreich?“ diskutiert werden. Eine eigens eingerichtete Netzwerk Website wird die Ergebnisse des Treffens, Ideen sowie zukünftige Projektvorschläge verbreiten und zur internationalen Mitarbeit einladen. Die historische österreichische Judenverfolgung sowie aktuelle offene Formen des Antisemitismus weltweit werden stets im Bewusstsein des Netzwerks präsent sein. Ziel ist es, einige der Paradoxien und Ambivalenzen zu artikulieren, die mit dem Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft gegen den Hintergrund eines wiedererstarkenden Antisemitismus verbunden sind. Mit dieser neuen Phase könnte ein Gefühl von Zielsetzung, Möglichkeit und Verantwortung für alle interessierten Staatsbürger*innen entstehen.
https://www.vicca.at/de/
Projektverantwortliche
Rathkolb Oliver Univ.-Prof. DDr. - Wiener Institut für Kultur-und Zeitgeschichte