DELPHINA. Ein multimodales erinnerungskulturelles Vermittlungsprojekt
DELPHINA. A multimodal memory culture outreach project. This project revisits the story of the peasant family Burtscher and their acts of resistance during the Nazi regime.
Die Geschichte von Delphina Burtscher, ihrem Bruder Willi und ihrem Verlobten Martin Lorenz ist der „vermutlich bekannteste Vorarlberger Desertionsfall“. Zusätzlich zur 2005 veröffentlichten autobiographischen Darstellung wurde sie bereits historisch aufgearbeitet, im ORF ausgestrahlt und ist auf internationaler Ebene Teil einer Wanderausstellung zum Reichskriegsgericht, welche gerade durch Europa tourt. Ihre Geschichte legt Zeugnis über den Einbruch des 2. Weltkriegs in die ‚unpolitische‘ Welt der ärmlichen Kleinbauern des hintersten Walsertals ab. Gerade in Zeiten großer Polarisierung im öffentlichen Diskurs ist es auch aus demokratiepolitischen Gründen wichtig, Geschichte(n) wie diese weiterhin zu erzählen, ihr (Nach)Wirken neu zu rahmen und an gegenwärtige Ängste und Erzählungen anschlussfähig zu machen. Im Rahmen dieses multimodalen Vermittlungsprojekts arbeitet ein interdisziplinäres Team an Nachfahr:innen, Historiker:innen und Künstler:innen seit Winter 2024/25 daran, diese Geschichte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das umfassende Projekt soll u.a. dazu beitragen, historische Aufarbeitung auch auf Ebene der Familiengeschichte(n) und transgenerationalen Beziehungen zu „betreiben“. Noch dazu wird einer weiblichen, marginalisierten Stimme widerständigen Handelns Gehör verschafft, was der verbreiteten Wahrnehmung von Krieg als „männlicher Sache“ eine weitere Facette verleiht.
www.vorarlbergmuseum.at
Projektverantwortliche
Kasper Michael MMag. Dr. - vorarlberg museum, Vorarberger Kulturhäuser Betriebsges.m.b.H