Trauma im östlichen Europa – Begriff, Erfahrung, Gedächtnis in Ethnografie und historischer Anthropologie (Tagung am 12. und 13. Juni 2026 an der Universität Graz)
Trauma in Eastern Europe: Concepts, Experience, and Memory in Ethnography and Historical Anthropology
Das Projekt untersucht, wie Trauma-Vokabulare Erzählen und Schweigen strukturieren und wie kulturelle Formen wie Literatur, Theater, Film und Musik diese Grammatiken artikulieren. Es rückt Forschungspraktiken in den Mittelpunkt und adressiert methodische sowie ethische Herausforderungen der Arbeit mit Gewalterfahrungen, einschließlich affektiver Dynamiken und Formen der
Übertragung. Das Projekt versteht „Trauma“ nicht als gegebenen Erklärungsschlüssel, sondern als analytisches Problem, dessen Bedeutungen historisch und sozial hervorgebracht werden. Es fordert einen Perspektivwechsel, der Ost- und Südosteuropa aus regionalen Wissensbeständen und gelebter Erfahrung erschließt. Insgesamt versammelt die interdisziplinäre Tagung Forschende zu Osteuropa und begreift Ethnografie, historische Anthropologie und Ethnopsychoanalyse als gemeinsames Labor zur Neubestimmung von Trauma-Konzepten.
Projektverantwortliche
Karge Heike Prof. Dr. - Arbeitsbereich Südosteuropäische Geschichte und Anthropologie, Institut für Geschichte, Universität